Eine leistungsstarke Website zeichnet sich dadurch aus, dass sie schnell lädt, ohne Verzögerung auf Interaktionen der Besucher reagiert und auf allen Geräten zugänglich ist. Bei der Erstellung einer Website geht es nicht nur um die Wahl eines Tools oder Templates: Sie erfordert technische Entscheidungen, die sich auf die Suchmaschinenoptimierung, die Conversion und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben auswirken.
Interaction to Next Paint: die Performance-Kennzahl, die die meisten Websites ignorieren
Die anfängliche Ladegeschwindigkeit einer Seite reicht nicht mehr aus, um eine Website als leistungsstark einzustufen. Seit März 2024 hat Google den FID (First Input Delay) in seinen Core Web Vitals durch den INP (Interaction to Next Paint) ersetzt.
Der Unterschied ist grundlegend. Der FID maß lediglich die Reaktionsfähigkeit bei der ersten Interaktion eines Besuchers. Der INP bewertet, wie schnell eine Seite während des gesamten Besuchs reagiert – bei jedem Klick, jeder Eingabe und jedem Öffnen eines Menüs.
Konkret kann eine Website eine gute Ladezeit aufweisen und dennoch einen schlechten INP-Wert erzielen, wenn ihre JavaScript-Skripte nach dem ersten Seitenaufbau den Hauptthread des Browsers blockieren. Besonders betroffen sind Seiten mit vielen Animationen, dynamischen Formularen oder Karussells. Welche technischen Stellschrauben sich bei der Konzeption eines Webprojekts nutzen lassen, erläutert die Website Geekovision.
Wer den INP bereits während der Entwicklungsphase mithilfe der in Browsern integrierten Messwerkzeuge überwacht, muss den Code nach der Veröffentlichung nicht nachträglich umstrukturieren.

Barrierefreiheit im Web: eine gesetzliche Pflicht für bestimmte Online-Shops
Die digitale Barrierefreiheit hat einen neuen rechtlichen Stellenwert erhalten. Seit dem 28. Juni 2025 gilt die europäische Richtlinie zur Barrierefreiheit für mehrere Kategorien privater Dienstleistungen, darunter den Online-Handel sowie bestimmte Bank-, Transport- und Telekommunikationsdienste.
Der Anwendungsbereich umfasst nicht automatisch alle Unternehmenswebsites. Für bestimmte Kleinstunternehmen gelten Ausnahmen. Jede Website, die einen Online-Kauf ermöglicht, fällt jedoch unter die Richtlinie.
Geprüft wird der Kaufprozess selbst, nicht nur das Erscheinungsbild der Seiten. Ein Bestellbutton, der sich nicht per Tastatur bedienen lässt, ein Formularfeld ohne für Screenreader lesbare Beschriftung oder ein visuelles Captcha ohne Alternative reichen aus, um eine Website nicht konform zu machen.
Vorrangig zu prüfende Punkte
- Jedes Formularfeld muss mit einer eindeutigen Beschriftung versehen sein, die von unterstützenden Technologien erkannt wird
- Die gesamte Website muss sich ausschließlich mit der Tastatur bedienen lassen, ohne dass eine Maus erforderlich ist
- Die Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund müssen den in den WCAG festgelegten Schwellenwerten entsprechen, damit die Inhalte gut lesbar sind
- Fehler- und Bestätigungsmeldungen müssen von Screenreadern ausgegeben werden und dürfen nicht nur durch einen Farbwechsel signalisiert werden
Barrierefreiheit wirkt sich auch auf die Suchmaschinenoptimierung aus: Eine saubere semantische Auszeichnung, Textalternativen für Bilder und eine schlüssige Überschriftenstruktur helfen sowohl Suchmaschinen als auch Menschen mit Behinderungen.
Cookie-Einwilligung: Eine Benutzeroberfläche, die für die Konformität der Website entscheidend ist
Beim Umgang mit Cookies geht es nicht nur darum, ein Banner einzublenden. Die Einwilligung muss eingeholt werden, bevor einwilligungspflichtige Tracker aktiviert werden. Das Ablehnen muss genauso einfach sein wie das Akzeptieren, und Nutzer müssen ihre Auswahl jederzeit ändern oder widerrufen können.
Ein Banner mit einem großen Button „Akzeptieren“ und einem unauffälligen Link „Einstellungen“ in einem Untermenü erfüllt diese Anforderungen in der Praxis nicht. Beide Optionen müssen gleich gut sichtbar sein und mit derselben Anzahl an Klicks erreichbar sein.

Diese Vorgabe für die Benutzeroberfläche wirkt sich direkt auf die Online-Präsenz eines Unternehmens aus. Eine Website mit einem nicht konformen Cookie-Banner riskiert nicht nur Sanktionen, sondern verliert auch das Vertrauen von Besuchern, die zunehmend auf den Umgang mit ihren Daten achten.
Seitenstruktur und Suchmaschinenoptimierung: Was im SEO den Unterschied macht
Die Suchmaschinenoptimierung einer Website beruht auf technischen Grundlagen, die sich nicht allein durch gutes Design ersetzen lassen. Drei Faktoren bestimmen, ob Suchmaschinen die Seiten einer Website korrekt indexieren und einordnen können.
Überschriftenhierarchie und interne Verlinkung
Jede Seite sollte einer klaren Überschriftenhierarchie folgen (eine H1, danach H2 und H3), die die logische Struktur des Inhalts widerspiegelt. Suchmaschinen nutzen diese Hierarchie, um das Hauptthema und die behandelten Unterthemen zu verstehen.
Die interne Verlinkung, also die Verknüpfung der Seiten einer Website untereinander, verteilt Autorität und leitet die Crawler. Erhalten tiefer liegende Seiten keine internen Links, werden ihre Inhalte nur unzureichend indexiert.
Inhalte und thematisches Wortfeld
SEO-starke Inhalte beschränken sich nicht darauf, ein Keyword zu wiederholen. Ein breiteres thematisches Wortfeld hilft Suchmaschinen, das Thema zu erfassen: Bei einer Seite zur Website-Erstellung stärken Begriffe wie „Domain“, „Hosting“, „Design“, „Nutzererlebnis“, „Seiten“ und „Kunden“ die semantische Relevanz, ohne dass es zu Keyword-Stuffing kommt.
Die Dichte eines Hauptkeywords sollte einen angemessenen Richtwert nicht überschreiten. Andernfalls leidet die Lesbarkeit, und Suchmaschinen können den Inhalt abstrafen.
Mobile Performance und Indexierung
Mobile-First-Indexierung bedeutet, dass Google die mobile Version einer Website als wichtigste Grundlage für das Ranking heranzieht. Wenn die mobile Version Inhalte abschneidet, Links ausblendet oder Elemente zu dicht nebeneinander anzeigt, verliert die Website in den Suchergebnissen an Sichtbarkeit.
- Jede Seite vor der Veröffentlichung mit dem Google-Tool zum Test auf Mobilgeräte prüfen
- Sicherstellen, dass Buttons und Links ausreichend große Klickflächen für die Bedienung per Touchscreen haben
- Prüfen, ob die auf Mobilgeräten sichtbaren Inhalte mit denen der Desktop-Version übereinstimmen
Eine Website, die diese Kriterien bereits bei der Konzeption berücksichtigt, statt sie erst nach der Veröffentlichung nachträglich umzusetzen, spart Zeit und schont das Budget. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (Barrierefreiheit, Cookies), die anhand des INP gemessene Reaktionsfähigkeit und eine sorgfältige semantische Auszeichnung bilden das technische Fundament, auf dem ein Unternehmen seine Online-Präsenz nachhaltig aufbaut.



